 | | | | Oratorium zu Ehren des heiligen Benedikt CHOR Er sah eine Stadt im kreisenden All, herrlicher Kyrios, Christus. Sie war ganz aus Perlen und reinem Kristall, herrlicher Kyrios, Christus. Sein Kloster Cassino im Sonnenball, das sah er als Stadt auf dem Berg. CHOR DER FRAUEN Dein Bruder sieht ein Geheimnisbild. Hörst du Scholastika? Cassino, sein Kloster, als Stadt auf dem Berg. Du siehst es, Scholastika. SCHOLASTIKA Und ein Fluss voller Fische entströmt ihr in alle Weiten und Zeiten. BENEDIKTUS Und der Geist kreist über die Stadt hin. CHOR DER FRAUEN Und der Geist über die Stadt hin, wie am Beginn der Schöpfung. CHOR Der neue Mensch, der gesegnet war, herrlicher Kyrios, Christus, der Vater der Brüder- und Schwesternschar, herrlicher Kyrios, Christus, hat einzig allein auf den Herrn vertraut und die Stadt auf dem Berge gebaut, die er schaut auf dem Turm. CHRONIST Und Benedikt stieg zurück in sein Kloster, die Treppe zur Zinne empor. Und es kam ihm vor: Je höher er stieg, desto tiefer führte sein Schritt. Und als er zur Höhe gelangte, da stand er in tiefster Nacht, im Grund seiner Höhle zuunterst. Und er erkannte: Was oben ist, Gott, die Herrlichkeit, kann nur unten sein, zuunterst allein. Denn nur da geht man ein ins Geheimnis Gott. O seliger Turm, o Höhle im Grund. Und er ging und schrieb nieder vom Geiste der Taube, die über ihm schwebte – das Buch von der Treppe ins Licht. |