Elazar Benyoëtz, Jerusalem

3. November 2019, 17 Uhr  //  Kloster Fahr

Elazar Benyoëtz, Jerusalem
Lesung
GOTTIK – Ein Wort am Lippenhang

An der Orgel: Carl Rütti

Büchertisch: Nach der Lesung haben Sie die Möglichkeit Bücher zu erwerben.
Autor Elazar Benyoëtz signiert gerne.

Eintritt frei, Kollekte | ohne Anmeldung
in der Klosterkirche Kloster Fahr


Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts

Søren Kierkegaard (1813 – 1855)

Elazar Benyoëtz, 1937 als Paul Koppel in Wiener Neustadt (Niederösterreich) geboren,
lebt seit 1939 in Tel-Aviv und arbeitet als Schriftsteller in Jerusalem. Als junger Dichter
publiziert er Lyrik in hebräischer Sprache unter dem Künstlernamen Elazar Benyoëtz (Sohn
des Ratgebers). Als Archivar entdeckt er im Rabbi-Kook-Institut den Aufsatz Das Hiobproblem
bei Franz Kafka von Margarete Susman. Diese in Zürich lebende Schriftstellerin ermutigt
ihn, seinen Plan zu verwirklichen, den Abertausenden vergessener und in der Shoah
ausgelöschter jüdisch-deutscher Schriftsteller mit der Bibliographia Judaica ein Denkmal zu
setzen. Seit 1969 erscheinen seine Werke in deutscher Sprache, weisheitliche »Ein-Sätze«
und ganze Aphorismen-Reihen, die er zu umfangreichen »Lesungen« ausbaut, zudem
gewichtige Essays und Sammlungen von Korrespondenzen mit namhaften Zeitgenossen –
Briefeschreiben als eigenständige Kunstform!

Auszeichnungen (Auswahl)
Adelbert von Chamisso-Preis (1988). Joseph Breitbach-Preis (2002). Ehrenpreis der Stiftung
Bibel und Kultur (2012). Die Theologische Fakultät der Universität Bern verlieh Elazar
Benyoetz und seiner Gattin den Dr. theol. h.c.: Die Ehrendoktorwürde 2018 geht an Elazar
Benyoëtz, den Begründer der Bibliographia Judaica und Aphoristiker/Lyriker, der jüdisches Dichten
und Denken in der deutschen Sprache nach der Shoah neu belebt hat. Und an Metavel, der Kabbala-
Gelehrten, Miniaturenmalerin und Kalligraphin, die biblische Bücher und andere Texte der
jüdischen Tradition in expressiv-symbolische Sprachbilder setzt. Gemeinsam dem israelischen
Künstlerpaar, das in Wort und Bild die Welt der Bibel und des Judentums neu sehen und hören
lehrt und dessen Werk zur Inspirationsquelle auch für die christliche Theologie geworden ist.

Elazar Benyoëtz – Werkauswahl 2017 – 2019
• Was sich ereignet, findet nicht statt. Solothurner Lesungen 2016 und 2003. Im Gedenken
an Silja Walter, hrsg. von Paul Rutz und Hans-Jürg Stefan. NordPark: Wuppertal 2017.
• Das Kommende ist nicht in Eile. Zürcher Lesungen 2016, hrsg. von Norbert Lüthy und
Hans-Jürg Stefan, NordPark: Wuppertal 2017.
• Aberwenndig. Mein Weg als Israeli und Jude ins Deutsche. (= aktualisierte Autobiographie),
hrsg. von Katharina Heyden, Königshausen &Neumann: Würzburg 2017.
• Allsamkeit. Eine Lesung. Acht Illustrationen von Metavel. Epilog: Kolja Lessing. Kleine
Schriften Bd. 12, Museen der Lessingstadt Kamenz 2018.
• Feindeutig. Eine Lesung. Königshausen & Neumann: Würzburg 2018.
• Gottik. Eine Lesung. Königshausen & Neumann: Würzburg 2019.
• Claudia Welz – Elazar Benyoëtz: SinnSang: Poesie und Theologie. Aphorismen, Essays,
Briefe, NordPark: Wuppertal 2019 (aktualisierte Liste der Sekundärliteratur).
• Nadelind. Eine Lesung. Königshausen & Neumann: Würzburg 2019.